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Angebot

Foto von einem Telefon mit besonders großen Tasten

Für wen sind "Lebens Praktische Fertigkeiten", auch kurz "LPF" genannt, wichtig?

  • für Kinder und Erwachsene
  • für Menschen, die seit ihrer Geburt sehbehindert oder blind sind
  • für Menschen, welche zu einem späteren Zeitpunkt eine Sehbehinderung bekommen oder erblinden
  • für Menschen mit zusätzlichen Beeinträchtigungen wird ein individuelles Programm erarbeitet, in das die Wünsche der jeweiligen Person einfließen

Das Training wird auf Vorkenntnisse und Fähigkeiten aufgebaut.

Grob- und feinmotorische Fähigkeiten zu schulen unterstützt die Lebenspraktischen Fertigkeiten.

Inhalte eines Trainings können sein:

Grundlegende Fertigkeiten für das Essen, vom leichten und guten Umgang mit dem Besteck bis zu den verschiedenen Techniken, die das Essen erleichtern können. Die Zubereitung von Speisen, angefangen beim Abwiegen und Abmessen von Zutaten bis zum selbstständigen Bedienen des Backrohres. Sich gut zu kleiden und seine Kleidung auch zu pflegen ist ebenso dabei, wie die Selbstständigkeit in der Körperpflege. Dazu gehört auch, sich dezent schminken zu können oder sich selbst rasieren zu können, seinen Haushalt zu führen. Dazu zählen auch das Einkaufen, Erledigen von Bankgeschäften und die vielen Fertigkeiten beim Sauber halten und Putzen. Wenn von klein an die uns gewohnte Schreibschrift nicht erlernt wurde, kann das Schreiben der eigenen Unterschrift geübt werden.

Bei sehbehinderten und blinden Menschen können wir abklären, ob sie mit den Begriffen, die wir verwenden, vertraut sind oder ob manches deutlicher erarbeitet werden soll. Bei den Alltagshandlungen wird auf die vorhandenen Fähigkeiten aufgebaut. Das vorhandene Sehvermögen wird dabei berücksichtigt.

Sehhilfsmittel oder andere Hilfsmittel werden nach Bedarf optimal eingesetzt:

  • Kontraste sind zu schaffen oder zu verstärken, wo es erforderlich ist. (Milch in dunklem Häferl anstelle in weißem, - hellen Zwiebel auf dunkles Schneidebrett, - färbige Sets als kontrastreiche Unterlage beim Essen,…)
  • Je nach Sehbehinderung ist besonders gutes Licht erforderlich oder indirekte Beleuchtung und gedämpftes Licht, welches vor Blendung schützt.
  • Klare Strukturen und die Erarbeitung eines sinnvollen Ordnungssystems erleichtern den Alltag.
  • Zeiteinteilung soll erlernt werden, entsprechende Arbeitsbedingungen und Raum für sich sind zu schaffen oder zu verbessern.
  • Markierungen von Geräten oder Gegenständen können hilfreich sein.
  • Soziale Kompetenz erfordert, über die eigene Behinderung Bescheid zu wissen und Auskunft geben zu können.
  • Die Erarbeitung einfacher, kleiner Schritte schafft die Brücke, große Fertigkeiten zu bewältigen.
  • Anwendungsmöglichkeiten schaffen bedeutet Festigung der erlernten Fertigkeiten.
  • Eigenverantwortung wird zunehmend vom sehbehinderten Menschen übernommen.

Das Training in Lebenspraktischen Fertigkeiten findet individuell statt. Aufbauend auf die vorhandenen Fähigkeiten werden für alltägliche Verrichtungen Lösungsstrategien gesucht. Bei hochgradig sehbehinderten Menschen ist es besonders wichtig, das vorhandene Sehvermögen optimal zu nützen und eventuelle wertvolle Hilfsmittel bei Bedarf auszuprobieren und einzusetzen.

Das bewusste Einsetzen von Kontrasten in der Gestaltung des Umfeldes erleichtert vielen sehbehinderten Personen die selbstständige Bewältigung vieler Alltagssituationen. Viele Möglichkeiten, alltägliche Fertigkeiten im Alltag anzuwenden und nicht zuletzt auch die Mitarbeit der Menschen im sozialen Umfeld tragen zur Selbstständigkeit des sehbehinderten oder blinden Menschen bei. Der sehbehinderte Mensch übernimmt (wieder) so weit als möglich die Verantwortung für sich.

Geben wir soviel Hilfestellung wie notwendig und so wenig wie möglich. Dies fördert die Selbstständigkeit.

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